VfL 1919 Weidenhausen e.V.

Chronik des Vereins

Die Geschichte des VfL Weidenhausen von 1919 - 2011

Aus der Festschrift zum Jubiläumsfest '90 Jahre VfL Weidenhausen'

Die Geschichte des VfL Weidenhausen von den Gründungsjahren bis zum 75 – jährigen Jubiläum, das mit einem Jahr Verspätung im Jahre 1995 gefeiert wurde, wurde von Jochen Becker in der Festschrift zu diesem Anlass umfassend dargestellt und ist seit einigen Jahren auf der Internetseite unseres Vereins nachzulesen. Auch die ehrenwerten Vereinsgründer und Vorstandsmitglieder, die den Verein in der Zeit bis nach 1945 geführt haben, sind dort namentlich genannt, daher möchte ich in diesem Rückblick auf Wiederholungen weitgehend verzichten.

Das 90 – jährige soll uns aber Gelegenheit und Anlass sein, vor allem auf die Entwicklung der letzten 15 – 20 Jahre zurückzublicken, eine kurze Zeitspanne in der 90-jährigen Geschichte, die aber interessante Entwicklungen mit sich brachte, und zwar immer vor dem Hintergrund „schwieriger Zeiten“ für einen Dorfverein unserer Größe. Betrachtet man die Sportvereine in der näheren Umgebung, im Sportkreis Biedenkopf oder gar im Landkreis, so haben viele in diesen 15 Jahren ihre Existenz eingebüßt oder sind nur noch Teil einer Spielgemeinschaft. Wir in Weidenhausen hatten immer die Zielrichtung, es aus eigener Kraft zu schaffen und eigenständig zu bleiben.

Dennoch sei ein kurzer Rückblick auf die schwierigen und richtungweisenden Momente in der Vereinsgeschichte in Form einer Zusammenfassung der 75er Chronik gestattet. Aus dieser Zusammenfassung wird auch das über die Zeit fortdauernde Bestreben des VfL Weidenhausen, ein selbstständiger Verein zu bleiben, abzulesen sein.

Nach dem Ersten Weltkrieg offenbarte sich das Bedürfnis der aus dem Krieg zurückgekehrten jungen Männer, Ballsport organisiert zu betreiben, durch Vereinsgründungen in vielen Gemeinden des Hinterlandes. Die Geschichte des Fußballspiels in Weidenhausen geht wie in vielen Nachbargemeinden auf jene Nachkriegszeit, auf das Jahr 1919 zurück. Gespielt wurde in den Anfangsjahren ohne geregelten Spielbetrieb und ohne richtigen Sportplatz in den Bahnhofswiesen nahe der Kuhrtsmühle. Sehr frühzeitig war man in diesen Gründerjahren bestrebt, eine eigene Sportstätte, einen Fußballplatz für die sportliche Betätigung zu betreiben. Wir wissen heute nicht mehr, welche Schwierigkeiten damals zu überwinden waren, welche Unterstützung die Vereinsgründer hatten und welche Maschinen zum Bau eines solchen Platzes zur Verfügung standen. Dennoch gelang es, in den 20er Jahren den Umzug aus den Bahnhofswiesen auf einen neuen und zunächst nur sehr provisorisch angelegten Fußballplatz im "Gromerk", dorthin also, wo noch heute unsere Vereinsanlagen sich befinden, zu vollziehen.

Die damit eingeleitete Entwicklung, die mit dem Aus- und Umbau des Platzes im Jahre 1931 weitergeführt wurde, ermöglichte erste sportliche Erfolge. Die Weidenhäuser spielten damals bis zum Ende der 20er Jahre in einer Verbandsgruppe mit bekannten Mannschaften aus dem mittelhessischen und sogar aus dem Frankfurter Raum. Daneben hatte der Fußballsport an gesellschaftlicher Bedeutung gewonnen und das sonntägliche Fußballspiel war für viele in den Jahren der Weltwirtschaftskrise und damit hoher Arbeitslosigkeit ein wichtiger Bestandteil ihrer Identität als Weidenhäuser oder sogar als aktiver Sportler für den Verein. Diese Zeit, wie auch andere darauf folgende schwere Zeiten für die Bevölkerung zeigt, wie eng die Geschichte des Weidenhäuser Fußballvereins, wie auch die der anderen Traditionsvereine unseres Dorfes mit den allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen insgesamt verbunden war und ist.

Die nächste „schwere Zeit“ blieb nicht lange aus und viele junge Männer wurden in den Krieg gezogen. Wie 1918/19 war nach dem 2. Weltkrieg das Bedürfnis nach friedlichem Spiel bei denen, die überlebt hatten und gesund zurückkamen, so stark, dass schon im Spätsommer 1945 in dem von den Amerikanern besetzten Weidenhausen wieder Fußball gespielt wurde. Bis zum Jahre 1950 befand sich der VfL auf sportlichem Höhenflug, was u. a. Freundschaftsspiele gegen namhafte Spitzenklubs wie Fortuna Düsseldorf und FSV Frankfurt belegen. Doch schon zu Beginn der 50er Jahre geriet unser Verein in eine sportliche, ja existentielle Krise. Im Jahre 1951 bestand seitens des Vereinsvorstandes die ernsthafte Absicht mit dem SC Gladenbach eine Spielgemeinschaft zu gründen. Diese Pläne zerschlugen sich, weil Gladenbach zum Abschluss der Runde in die zweite Amateurliga aufstieg, wohl unter tatkräftiger Mithilfe einiger Weidenhäuser Spieler. Die Sogwirkung des großen Nachbarn war schon damals zu spüren und besteht bis heute. Das ist kein Vorwurf an den GSC, sondern eine Tatsache, der wir uns immer wieder stellen mussten.

Nach diesem Vereinstief wurde der Spielbetrieb erst im Jahr des Wunders von Bern, der Weltmeisterschaft im Jahre 1954, in Weidenhausen wieder aufgenommen. Der Erfolg des Herberger-Teams beflügelte die ganze Nation. Die Wirtschaftswunderjahre kündigten sich an und der Fußballsport stand in engem Zusammenhang mit der Wiedergewinnung der nationalen Identität der Menschen in der jungen Bundesrepublik. Dass der Verein nach dieser tiefen Krise wieder auflebte, ist unter anderem einer Vorstandgeneration zu verdanken, von denen wenige noch gesund und munter beim 90-jährigen dabei und gewiss mit Stolz auf ihr langjähriges Engagement sein dürfen, teilweise bis in die heutige Zeit hinein. Es sind dies stellvertretend für alle, die nicht mehr unter uns sind, unser Ehrenvorsitzender Robert Klingelhöfer und die Ehrenmitglieder Adolf Thomas, Alfred Franz, Werner Schneider und Manfred Schneider.

Die dann folgende Entwicklung der 60er, 70er und 80er Jahre ist vielen Älteren von uns noch in guter Erinnerung und wird in der Chronik zum 75-jährigen Jubiläum sehr anschaulich dargestellt. Sie wurde bestimmt durch eine kontinuierlich gute und kreisweit anerkannte Jugendarbeit und war im sportlichen Bereich zunächst durch wechselhafte Leistungen der ersten Seniorenmannschaft geprägt. Der Aufstieg aus der B-Klasse im Jahre 1972 markierte einen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte.

Aus der 75er Chronik zitiere ich wörtlich: „Überhaupt war nun das Jahrzehnt angebrochen, in dem der VfL beispielhaft wie wohl kaum je zuvor und sicherlich bis heute nicht wieder sportliche Leistungen und geselliges Vereinsleben auf den Punkt brachte.Bei den vielen Vereinsfahrten etwa ins Aus- und auch ins Inland vereinte die oft überschäumende Stimmung alte und junge, aktive und passive Vereinsmitglieder zu einer sprichwörtlichen Vereinsfamilie. Grundlage und Rahmen dieses regen Vereinslebens war sicherlich der öffentliche und private Wohlstand, den die bundesrepublikanische Gesellschaft nach den Jahrzehnten von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder angehäuft hatte, und der nun Privaturlauber und Vereine hinaus nach Europa trug. Nach der Eintragung des Vereins ins Vereinsregister als "VfL 1919 Weidenhausen e.V." im Jahre 1971 war damit die Zeit auch reif für die Planung und Gestaltung eines Vereinsheimes, das in den Jahren 1975 bis 1977 neben dem Sportgelände entstand, und dessen zehnjähriges Jubiläum 1988 begangen wurde. Dieses Sportheim, mittlerweile mehrfach renoviert und baulich erweitert, um den Erfordernissen eines wachsenden Spiel- und Trainingsbetriebes in den 80er und 90er Jahren zu genügen, atmet noch jenen "Familiengeist" der 70er Jahre, mit dem es voller Enthusiasmus bei Jung und Alt damals entstand.“

Doch ich möchte das Ziel nicht aus den Augen verlieren, auf die letzten 15 - 20 Jahre der Vereinsgeschichte etwas intensiver einzugehen.

Das intakte Vereinsleben war keine Versicherung gegen sportliche Rückschläge. Beständiger als die sportlichen Leistungen der Senioren waren über einen längeren Zeitraum von fast 5 Jahrzehnten die Jugendarbeit und die Arbeit der vielen VfL-Vorstände gewesen. 1985 wurde die Trainingsbeleuchtungsanlage fertig gestellt. Seit dieser Zeit gab es Überlegungen, den vorhandenen Hartplatz nachhaltig zu sanieren. Bereits seit Anfang der 80-er Jahre lief ein Antrag zur Sanierung des Hartplatzes beim Land Hessen. Doch es ging nicht so recht voran, die Maßnahme war mal auf Platz 11, mal auf Platz 10 der Dringlichkeitsliste. Eigentlich glaubte keiner mehr so recht dran, dass sich überhaupt jemals etwas tut.

Dann, in einer turbulenten Vorstandssitzung, an die ich mich noch gut erinnere, kam die richtungweisende Idee: Wir bauen eine zweiten Platz, einen Rasenplatz. Doch zunächst standen wir vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe. Es gab kein Grundstück, kein Baurecht, wenig Sympathie für das Vorhaben und kein Geld.

Im Oktober 1988 führten der damalige Vorsitzende Jochen Becker und Roland Döhler als Schriftführer ein Gespräch mit Landrat Dr. Kurt Kliem und dem damaligen Sportamtsleiter, Herrn Debus. Wir stellten unsere Idee vor, neben dem Hartplatz einen Rasenplatz zu bauen. Herr Dr. Kliem gab unmissverständlich zu erkennen, dass er ein solches Projekt unterstützten würde und es wurde eine Vorgehensweise festgelegt.

In 1989 übernahm Roland Döhler das Amt des 1. Vorsitzenden und leitete nun die Planung und Finanzierung des Projektes. Der Verein stellte zunächst den Antrag an den Magistrat, ein Gelände zu erwerben. Im September 1989 fand auf Einladung des VfL ein Ortstermin der Träger öffentlicher Belange, insbesondere der Naturschutzbehörden statt. Erst bei diesem Termin wurde der jetzige Standort gefunden, da wir zunächst ganz andere Vorstellungen hatten. Im weiteren Verlauf musste auf politischer Ebene sehr viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, denn nicht alle in Gladenbach waren für das Projekt. Dass der Antrag auf Erwerb des Baugrundstückes und auf Änderung des Flächennutzungsplanes dann am 16.5.91 doch in der Stadtverordnetenversammlung die parlamentarischen Hürden nahm, verdanken wir auch dem Einsatz von Jochen Becker, Rainer Bastian, Ortsvorsteher Willi Keck und dem damaligen Bürgermeister Klaus Bartnik.

Das Projekt wurde in einem Kostenrahmen von 400.000,- DM geplant, der später auch eingehalten wurde, obwohl es bei der Ausführung noch die eine oder andere Schwierigkeit zu überwinden gab. Der Verein hatte bereits einen soliden Grundstock für die Finanzierung in Form eines Bausparvertrages gelegt. Außerdem wurden 100.000,- DM Eigenleistung kalkuliert, nach Fertigstellung hatten die Vereinsmitglieder rd. 3600 freiwillige Arbeitstunden geleistet. Rund die Hälfte der Kosten wurde über Zuschüsse von Land, Kreis, Stadt und Landessportbund finanziert. Beim 10-jährigen Rasenplatzjubiläum im Jahre 2005 waren wir schuldenfrei.

Die eigentliche Bauausführung vollzog sich zunächst über eine – wie man heute sagt – „win-win-Situation“ mit der Fa. Weigand, Erdhausen, die im Ort Kanalarbeiten ausführte. Um Transportkosten für den Abtransport von Abraum zu sparen, stellte sie mit schwerem Gerät das Planum des Rasenplatzes bis auf wenige cm genau her und sorgte außerdem noch für den Einbau der Zisterne. Den eigentlichen Platzaufbau führte die Fa. Schmidt, Aßlar, unter Leitung von Bauing. Lothar Gersmann durch. Die Bauarbeiten verzögerten sich durch dauerhaft schlechtes Wetter im Frühjahr 1994 derart, dass die Einsaat nicht wie vorgesehen erfolgen konnte und Fertigstellung auf 1995 verschoben werden musste.

Als dann am 14.07.1995 Ministerpräsident Hans Eichel und Landrat Dr. Kliem den ersten Anstoß auf dem neuen Platz ausführten und Eichel den Satz formulierte: “Sie haben einen Sportplatz mit einem weiten Horizont geschaffen, in jeder Beziehung“ waren wir alle sehr stolz, hatten aber auch die Weichen für die eigenständige Zukunft des Vereins gestellt. Dass der Einweihungstag mit dem Spiel einer Auswahl gegen Waldhof Mannheim dann mit einem fürchterlichen Regenguss zu Ende ging, war vielleicht ein gutes Omen für den später andauernden gut bewässerten Zustand des Platzes. In den Jahren darauf wurden zwei Funktionsgebäude ergänzt und wir können heute, nachdem auch der alte Hartplatz seit zwei Jahren in sattem Grün erstrahlt, die Treppe und der Anbau an das Sportheim fertig gestellt sind, mit Fug und Recht sagen, wir haben eine der schönsten Sportanlagen im Sportkreis Biedenkopf. Nicht unerwähnt bleiben darf in diesem Zusammenhang die hervorragende    Arbeit    unseres    Platzmeisters Werner Zick, der sich mit seinem Know-how    inzwischen bei vielen Nachbarvereinen einen Namen gemacht hat und diese bei ähnlichen Projekten unterstützt.

Sportlich ging es nach der Talsohle der Spielrunde 1994/95 dann ebenfalls wieder aufwärts. Matthias Schneider, der 1995 das Amt des ersten Vorsitzenden übernahm, gelang es, um Spielertrainer Jörg Eckel eine junge, angriffsstarke Mannschaft aufzubauen und ich erinnere mich an den Spruch eines alten Vereinskameraden, der es so ausdrückte: „Endlich macht es wieder einmal richtig Spaß, sonntags in Weidenhausen auf den Fußballplatz zu gehen“. So war die Spielrunde 95/96 der Beginn eines Höhenfluges, wie ihn Weidenhausen in dieser Form noch nicht erlebt hatte. Mit 139:20 Toren und 75 Punkten wurde der VfL Meister der B-Liga Biedenkopf, wovon allein Michael Bleich 43 und Jörg Eckel 32 Tore erzielten. Nach einem vor Spannung knisternden Halbfinale gegen den 17mailgen Kreispokalsieger FV Breidenbach, das der VfL 2:1 gewinnen konnte, stand der VfL in dieser Saison auch zum ersten mal im Pokalfinale, das allerdings gegen Gladenbach 6:0 verloren wurde. Die in der Presse damals als „Himmelsstürmer“ bezeichnete Mannschaft setzte den Erfolg in der Runde 96/97 fort und wurde mit 125:36 Toren und 73 Punkten Meister der Kreisliga A Biedenkopf. Wieder erzielte das Traumstürmer-Duo Bleich/Eckel zusammen allein 73 Tore.

Der Aufstieg in die Bezirksliga bedeutete dennoch ein Herausforderung für den VfL, der sich in den folgenden Jahren aber mit achtbaren vorderen Plätzen im Mittelfeld schlug (97/98 10. Platz, 98/99 7.Platz, 99/00 6. Platz) In der Spielrunde 99/00 erreichte der VfL nochmals das Pokalendspiel und verlor gegen den klassenhöheren Rekordpokalsieger FV Breidenbach mit 7:0. Erst in der Spielrunde 00/01 reichte der 14. Platz nicht mehr zum Klassenerhalt und damit stieg der VfL in die A-Liga Biedenkopf/Dillenburg ab. Unter Trainer Winfried Thomas und danach Volker Bleich gelang in den nächsten Jahren die Eingliederung zahlreicher junger VfL-Talente und die sportliche Bilanz zeigte nach oben. (02/03 10. Platz, 03/04 7. Platz, 04/05 4. Platz) In der „Schicksalsrunde“ 05/06 sind mir zwei Spiele in Erinnerung geblieben: Die 1:4 Niederlage auf eigenem Platz gegen Gladenbach und natürlich das Ende der Aufstiegsträume beim Regenspiel in Mornshausen/D. Das war eine der schmerzhaftesten Niederlagen in der jüngeren Vereinsgeschichte und solche Niederlagen haben meist Konsequenzen. Ein erneuter personeller Aderlass zeichnete sich ab und nicht mehr der Kampf um die Spitzenplätze, sondern der Klassenerhalt in der jetzt A-Liga Biedenkopf/Marburg rückte in den Vordergrund. Vor dieser Situation stehen wir auch für die kommende Spielrunde 09/10 und es ist die Aufgabe unseres neuen Spielertrainers Roberto Chabou, aus der wiederum durch Abgänge geschwächten, neu formierten und jungen Mannschaft ein Team zu formen, dass den Anforderungen der A-Klasse standhält.

In der Saison 2009/2010 konnte die sportliche Situation gefestigt werden, man belegte in der A-Klasse einen guten fünften Platz. Für die Saison 2010/2011 konnte man sich mit jungen Spielern aus den eigenen Reihen so wie neuen Spielern gezielt verstärken und wieder einen vorderen Tabellen Platz anstreben.

Es werden für das Jahr 2011 weiter Baumaßnahmen am Sportgelände und Sportheim geplant. So das für die Zukunft des VfL die Weichen positiv gestellt sein sollten.

Jugendarbeit war für den VfL Weidenhausen seit den 60er Jahren immer eine vorrangige Aufgabe. Unter dem langjährigen Jugendleiter Winfried Thomas waren die Jugendmannschaften des VfL oft die Aushängeschilder des Vereins, in den 90er Jahren konnten sich einzelne Weidenhäuser Mannschaften sogar für höhere Klassen qualifizieren. Seinem Nachfolger Rainer Lang, der das Amt bis heute innehat, hinterließ er eine schwierige Aufgabe. Immer mehr neue Angebote für Kinder und Jugendliche im Freizeitbereich, eine immer stärker werdende Orientierung an Werten, die durch die modernen Medien schon im Kindesalter „eingetrichtert“ werden und dazu bis heute extrem zurückgehende Geburtenzahlen machen es immer schwerer, eigenständige Jugendarbeit zu betreiben. Dennoch – bis heute – versuchen wir Jahr für Jahr in den einzelnen Altersklassen eigene Mannschaften von den Bambinis bis zur A-Jugend zu stellen. Wenn dies nicht gelingt, besteht über eine lose Zusammenarbeit mit den Nachbarvereinen, vor allem Frohnhausen und Mornshausen, die Möglichkeit, in der Regel allen interessierten Jugendlichen eine Spielmöglichkeit zu geben. Z. Zt. spielen rd. 100 Jugendliche für den VfL Fußball. Unser jährliches Highlight ist der Tag der Jugend, wo sich alle Weidenhäuser Mannschaften und solche in Spielgemeinschaft vorstellen und sportlich messen können. Stolz sind wir auch auf unsere Jugendbetreuer, die allesamt ihre verantwortungsvolle Aufgabe ehrenamtlich leisten.

Daneben wuchs Anfang der 90er Jahre ein weiterer Spross im VfL, der das sportliche Angebot erweitern und die Mitgliederzahl nachhaltig positiv beeinflussen sollte. Mit der Turn- und Leichtathletikabteilung unter der Leitung unserer Übungsleiterinnen Ilse Rühl und Regina Becker entwickelte sich ein weiteres Aushängeschild, wovon sich zahlreiche Eltern und Besucher beim schon traditionellen Vorweihnachtsturnen, das im 2-Jahres-Rhythmus stattfindet, überzeugen konnten. In der Turngruppe sind heute ca. 70 Mädchen aktiv, seit drei Jahren ist ein Aerobic-Angebot für Frauen dazugekommen. Die Sportlerinnen nehmen auch regelmäßig an Wettkämpfen und auch am Deutschen Turnfest teil und erzielen dabei hervorragende Ergebnisse auf Gau- und Bezirksebene, sogar bei Hessischen Wettkämpfen wurden gute Platzierungen erzielt. Aus dem eigenen Nachwuchs der Gruppe heraus sind inzwischen zahlreiche weitere Übungsleiterinnen hervorgegangen und die Turn- und Leichtathletikabteilung ist auch für viele Kinder aus Nachbargemeinden eine gute Adresse.

Um das Gesamtbild des VfL Weidenhausen abzurunden, darf die Alt-Herren-Abteilung nicht unerwähnt bleiben. Nach Ende der aktiven Laufbahn ist es vielen Ehemaligen ein Anliegen, dem Fußballsport weiter treu zu bleiben, sich ohne Wettbewerbsstress weiter dem Fußball zu widmen und die über Jahre erlebte Kameradschaft und Geselligkeit weiterzupflegen. Die Alt-Herren- Abteilung des VfL ist ein fester Bestandteil des Vereinslebens. Neben den sportlichen Aktivitäten veranstaltet die Abteilung gesellige Veranstaltungen wie Fahrten, die traditionelle Radtour entlang Deutschlands schönsten Flüssen und seit einigen Jahren für Jung und Alt die Tenne-Revival-Party im Dorfgemeinschaftshaus.
Schlussendlich muss auch der Förderkreis des VfL genannt werden, der in dieser Form seit zehn Jahren den Verein bei Baumaßnahmen, bei der Jugendarbeit und der Beschaffung von Sportgeräten und Bekleidung unterstützt. Im Förderverein sind solche Personen, Unterstützer und Sponsoren zusammengeschlossen, die „ein bisschen mehr“ für den VfL tun wollen. Ihnen ein ganz besonderes Dankeschön.

Die Vorstandsarbeit wurde unterdessen kontinuierlich weitergeführt. Matthias Schneider führte den Verein bis 2003, danach übernahm Roland Döhler wieder das Amt für weitere vier Jahre. Seit 2007 ist Uwe Schneider erster Vorsitzender. Der Chronist Roland Döhler dankt allen Vorstandsmitgliedern, Vereinsmitarbeitern, Jugendbetreuerinnen und Jugendbetreuern, Aktiven und Schiedsrichtern für die gute Zusammenarbeit in den Jahren, auf die zurückgeblickt wurde.

Der Vorstand
Weidenhausen 2011